The BBC now do not give you news, but they give you their opinion, and therefore they give anyone a very hard time if that person does not suit the convenience and prejudices of the established elite.

Morrissey

 

Historisch gesehen haben in der Bundesrepublik die meisten Leute bei Wahlen wohl immer die Partei gewählt, die sie am wenigsten ablehnten. So sollte es auch sein in einer Demokratie. Zuviel Enthusiasmus gäbe den Politikern ein übersteigertes Selbstwertgefühl und führte zu einer ungesunden stärkeren Politisierung des Lebens.

Die Bundestagswahl 2017 wird allerdings die Wählerschaft, und so auch mich, vor die Wahl von Parteien und Personen stellen, die sie mehr als jemals zuvor verachtet. Es wird vielleicht etwas abgemildert, aber letztendlich eine ähnliche Wahl sein wie zwischen Clinton und Trump, Fillon und Le Pen, van der Bellen und Strache. Selbstbeweihräucherung und moralische Alleinstellung, und daraus die Berechtigung zum Machterhalt (CDU/CSU, SPD, Grüne) auf der einen Seite, gegen unfertigen und grollenden Protest (AfD) und in gewissem Sinne auch Linke und FDP auf der anderen Seite.

In den USA wurde auf dem Altar angeblicher Gleichheit und Gerechtigkeit durch die Demokraten und ihre Anhänger vieles von dem geopfert, für das Amerika im Ínneren einmal stand. Die Freiheit, so wie sie von der Mehrheit der Amerikaner verstanden wurde, wurde dieser Mehrheit entzogen, umgedeutet und den Minderheiten und Eliten zugespielt. Der außenpolitische Interventionismus ohne Konzept und Erfolge, von Republikanern und Demokraten gleichermaßen getragen, hat ein Übriges getan. Obama und Clinton sind zum Schluss reumütig geworden. Es waren aber gerade sie, die durch ihre egalitärextremistische Politik die Institutionen zerstört haben, die früher dafür sorgten, dass ein Donald Trump nicht wählbar war.

Wer das Volk bevormundet, erntet Populismus. In Deutschland sind die Mechanismen nicht viel anders. Die intellektuelle und moralische Schwäche der politischen Eliten ist der Hauptgrund, warum die AfD erfolgreich ist. Aber wer meint nichts zu tun, glaubt sich gerne unschuldig. Unanständig daran ist, dass die eigene Schwäche nicht eingestanden werden kann und die Fähigkeit fehlt, stärkeren Personen oder Meinungen zu folgen oder sie zu unterstützen. Sie bekämpfen sie statt dessen systematisch, weil sie Angst vor Ihnen haben und weil sie nicht fähig sind zu unterscheiden, ob sie Vertrauen und Unterstützung wert sind oder nicht. Was wiederum ein Zeugnis mangelnder Befähigung ist. Diese Leute scheuen den offenen Wettbewerb, und reagieren beleidigt und destruktiv, wenn sie trotz Ochsentour durch Wettbewerb übergangen werden. Ein weiteres Problem dabei ist unreflektierte Eitelkeit, die oft mit Stehvermögen verwechselt wird.

Auf der Seite der deutschen etablierten Medienlandschaft ist man besonders beleidigt und destruktiv. Man weitet die Meinungsmache aus, aber merkt selbst, wie sie immer ineffektiver und überflüssiger wird. Und die, die man bekämpfen will, entziehen sich der eigenen, selbstdefinierten Agenda, indem sie eigene Kommunikationskanäle nutzen oder die etablierte Presse einfach beschimpfen oder ausladen.

Zurück zum obigen, wie ich finde, klugen Zitat von Morrissey. Auch meine Einstellungen passen vielfach nicht mehr in die Zweckmäßigkeit und Voreingenommenheit der etablierten Elite. Andererseits halte ich den anthropogenen Treibhauseffekt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für real und glaube nicht an die guten Absichten eines Valdimir Putin. Ich kann jedoch auch nicht daran glauben, dass ein Donald Trump oder eine Frauke Petry die Demokratie zerstören. Zumal apokalyptische Visionen oft unterhaltsam aber selten richtig sind. Und ehrlich gesagt, ich genieße das derzeitige Durcheinander. Also warum nicht AfD wählen. Man muss sich ja nicht gleich den Stream des EFN-Kongresses anschauen. Dies ist wirklich Zeitverschwendung. Wohin es langfristig gehen soll, kann dann wieder in einigen Jahren diskutiert werden. Zu Entwicklung politischer Utopien ist derzeit ohnehin niemand befähigt.

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