Es ist bezeichnend. Da erklärt uns Philip Faigle in der Zeit Online warum trotz zweifelhafter Erfolgsaussichten Griechenland die schnelle Hilfe Deutschlands braucht und warum eine Umschuldung Unsinn ist. Andernorts erfahre ich dass Griechenland in diesem Jahr wohl deutlich mehr als die bisher bekannten 45 Milliarden Euro an Finanzhilfe braucht. Und trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass Griechenland von den Euro-Staaten und dem IWF nicht geholfen wird.

Nimmt man an, dass dies auf einem rationalen Entscheidungsprozess beruht, so lassen sich zwei Gründe für diese Art der politischen “Augen-zu-und-durch“-Strategie erahnen. Langfristig scheint die politische Klasse zumindest zu hoffen, dass die Länder der Euro-Zone wieder ein deutlich größeres Wirtschaftswachstum als heute aufweisen und in Zukunft konsequent sparen. Wo diese Hoffnung herrührt bleibt mir und anderen schleierhaft. Daneben scheint so mancher europäischer Politer zu ahnen, dass der Fall Griechenland zu einer Bedrohung für das gesamte Projekt Europa werden kann.

Nehme ich dies als Ausgangslage, so ist von einer weiteren Verschärfung der Krise auszugehen. Denn das ökonomisch Richtige, eine kontrollierte Staatspleite Griechenlands wird es vor diesem Hindergrund nicht geben. Und auch jenseits des aktuellen Brandherdes Griechenland sieht es düster aus. Zumal die europäische Wirtschaft schon vor der Krise ausschließlich auf Konsum, Schilden und Krediten beruhte. Bei gleichzeitig niedriger Geburtenrate kombiniert mit der Ausbildung einer vor allem muslimischen Unterschicht ist dies die Blaupause für weiteren wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang. Ich hatte bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen.

Ist und war die Aufblähung der Staatsverschuldung der EU-Länder unvermeidlich? Wäre eine Wirtschaftspolitik gerichtet auf ein vernünftiges Sparen und angemessenen Konsum keine Alternative? Die Äußerungen so manchen deutschen Politikers scheinen auf eine, wenn auch späte Einsicht hinzudeuten. Dies alles hilft jedoch nichts, wenn nicht auch Taten folgen. Eine entsprechende an der Realität orientierte Strategie ist eigentlich ganz einfach. Kurz- und mittelfristig das Zulassen von Staatsbankrotten in der EU und langfristig die Einführung einer wirklichen Schuldenbremse wie in der Schweiz, statt der EU-üblichen Lippenbekenntnisse. Und schließlich brauchen wir eine kritische Masse an Bürgern und Entscheidungsträgern, die versteht dass langfristiger Wohlstand ohne das Nachwachsen einer staats- und gesellschaftstragenden Jugend Illusion ist.

Allerdings, ich sehe eher schwarz, dass dies Realität wird. Vor diesem Hintergrund beruhigt mich nur mein in Schweizer Franken in Liechtenstein angelegtes Pensionsguthaben. Die nächsten Monate und Jahre werden spannend. Das Ende der Geschichte ist noch lange nicht erreicht. Wie wird Europe, wie wird Deutschland in 10 oder 20 Jahren dastehen?