Neuigkeiten aus Haiti sind eigentlich immer schlecht. Keine Neuigkeiten bedeuten nie etwas gutes, sondern nur, dass die allgemeine Katastrophe sich fortsetzt. Umso schrecklicher, dass das jetzige apokalyptische Erdbeben Haitis Vergangenheit wie eine gute alte Zeit erscheinen lässt.

Ich selbst war einmal im Jahr 1993 in Haiti und habe das Interesse an diesem Land nicht verloren. Es erschien mir wie ein Alptraum, aber in ziemlich aufregender. Oft wird gesagt Haitis hoffnungslose Situation ist vor allem das Ergebnis der Einmischung fremder Mächte. Aber mir scheint das Problem ein anderes zu sein. Haiti ist, derzeit, einfach nicht regierbar. Vor diesem Hintergrund erscheinen die jetzt wieder aufkeimenden ideologischen Diskussionen um die Zukunft Haitis wie ein Witz. 

Wiederherstellung der Souveränität unter einer unfähigen Regierung? Verstärkung der Entwicklungshilfe, die ohnehin nur die Korruption und lokale Machtkämpfe nährt? Einfach laufen lassen? Internationale Administration? Das Problem ist ein anderes. Die haitianische Bevölkerung hat einfach jedes moralische und ethische Maß verloren. Der gesunde Menschenverstand ist dabei auch noch draufgegangen.

Und dies sollte den Haitianer mal jemand ins Gesicht sagen. Erst wenn sich hier etwas ändert, erscheint wie auch immer geartete Hilfe, abgesehen von der aktuellen Katastrophenhilfe, sinnvoll. Diesen Schritt zu tun, ist vor allem eine Aufgabe der Haitianer selbst. Es könnte schon ein Zeichen zum Besseren sein, wenn die aktuelle Katastrophenhilfe nicht wieder dort ankommt, wo sie nicht gebraucht wird. Warten wir es ab.