Nachdem ich heute abend hier in Baku meinen ersten Jägermeister vor Ort gefunden und auch genossen habe, bricht nun doch der südostniedersächsische Lokalpatriotismus bei mir durch. Wo andere „Harry Potter und den Vollgasprinz“ sehen, sehe ich das Waldkind. „Die Welt“ ist mir bereits einige Jahre zuvor gekommen, was die Bedeutung des Namens angeht: „Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist sicherlich der prominenteste derzeitige Träger dieses Familiennamens, dessen Ursprung der germanische Rufname Widukind oder Wittekind ist. Er besteht, wie die meisten germanischen Namen, aus zwei Gliedern: Althochdeutsch bedeutet widu so viel wie Wald, Gehölz. Der Name bedeutet also Kind oder Sohn des Waldes. Berühmtester Namensträger im Mittelalter war Herzog Widukind, Heerführer der westfälischen Sachsen und erbitterter Widersacher Karls des Großen. Immer wieder erhob er sich gegen den mächtigen Frankenkönig, überfiel und vernichtete 782 im Süntelgebirge an der Weser nahezu das gesamte fränkische Heer. Karl rächte sich mit der Hinrichtung von 4500 gefangenen Sachsen und hatte seitdem den Beinamen „Sachsenschlächter“. 785 ergab Widukind sich dann doch der Übermacht und nahm in Karls Hoflager die Taufe an. Danach brechen die historisch verbürgten Nachrichten über Widukind ab, doch vermutlich im Jahre 807 ist er gestorben und in der Pfarrkirche von Engern bestattet worden.“

Ist es nicht eine Ironie des Schicksals, dass nun gerade ein niedersächsisches „Waldkind“ in Schwaben als Chef des wohl schwäbischstens aller deutschen Unternehmen in niedersächsische Hand gelangt? Etwas Schadenfreude muss hier erlaubt sein. So erhob sich das kleine Waldkind aus der schwäbischen Provinz gegen den mächtigen ostfälischen Konzern, und meinte ihn als Gesamtes übernehmen zu können. Doch, siehe da, nun rächt sich Christian der Wolf und wird die Porsche AG wohl hinrichten. Von nun an wird er der „Porscheschlächter“ genannt werden. Hier beleibt nur noch zu fragen, auf welche Weise das Waldkind im Hoflager Christians des Wolfs seine Taufe erhalten wird. Die Übergabe wertvoller Taufgaben ist nicht auszuschließen. In jedem Fall wird das Waldkind Wendelin Wiedeking im neuen Heerbann der Ostfalen und Araber  keine Verwendung mehr finden. Ich gehe davon aus, dass sich das Waldkind danach in guter mittelalterlicher Tradition in die innere Kontemplation, zum Beispiel auf Mallorca oder in Florida, oder in eine standesgemäße Burg, zum Beispiel am Gardasee zurückziehen wird. An historisch verbürgten Nachrichten bis zu seinem Ableben wird es keinen Mangel geben, denn statt weniger christlicher Chronisten gibt es heute die Klatschpresse, geltungsbedürftige Blogger und den allgemeinen Verfall der öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten, zum Beispiel in Form von „Leute heute”. 

Ach ja, der Jägermeister war warm. Einfach kulturlos, der Bakinez. Der echte Ostfale trinkt den Kräuterlikör übrigens mit heißem Kakao. Und die letzte Fragen für heute: Wie lange lebt Günter Mast noch, und welchen Einfluss hat er auf Christian den Wolf? Heil Herzog Widukinds Stamm!

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